Kathol. Kirchenz.


Unterwandert Scientology Betriebe?


Ratgeber gibt Auskunft über den Einfluß der Sekte im Management


Frankfurt. Unter den rund 20 Anrufern, die täglich bei Lutz Lemhöfer, dem Referenten für Weltanschauungsfragen im Bistum Limburg, (Haus der Volksarbeit, Eschenheimer Anlage 21, Tel: 069/1501-149) eingehen, sind zwei, drei Anfragen dabei, ob und welche Firmen in Verbindung mit der Scientology-Sekte stehen. Denn immer wieder ist darüber zu lesen, dass Scientologen Betriebe und Industrie "unterwandern" und mit unterschiedlichen Methoden Einfluss auf Personalführung und Konzerentwicklung nehmen wollen.

Lässt sich das verhindern, wenn man die damit verbundenen Gefahren kennt? Diese Frage stellen sich die beiden Autoren der Neuerscheinung "Scientology im Management" (Econ-Verlag, Düsseldorf, 320 Seiten, 39,80 DM).

Diplom-Volkswirtin Angelika Christ und Diplom-Psychologe Dr. Steven Goldner wissen, von was sie schreiben: Sie sind selbst in der Wirtschaft tätig und Kenner der Scientologen-Szene. So hat Angelika Christ auch an einer Untersuchung des Institutes der Deutschen Wirtschaft, Köln, mitgearbeitet und ist Vorsitzende von SINUS, einem Verein zur Information und Selbsthilfe gegen Sekten.

Das Buch wolle, so die Autoren bei der Präsentation ihres Buches in Frankfurt, nicht Angst machen, sondern Ratgeber sein, aufklären und antworten auf Fragen wie: Wo liegen die Gefahren? Welche menschenverachtenden Psychotechniken (nicht nur von Scientologen) werden heute bei Bewerbungsgesprächen angewendet?

Je mehr sachliche Informationen vorliegen, umso mehr kann sich der Laie auch gegenüber Gefahren einer "Vereinnahmung" wehren. Dazu haben die Autoren Check-Listen entwickelt und im Buch aufgenommen, die leicht verständlich sind und Hinweise auf Fragen über Methoden bieten. Weder Verharmlosung noch Verteufelung sind Tenor des Buches und Absicht der Verfasser: Sie setzen auf "Aufklärung statt Panikmache".

Lydia Rothacker


Veröffentlicht in: Katholische Kirchenzeitung "Der Sonntag" am 10.12.1995