Steven Goldner gegen Scientology
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Hessische Allgem.

Evangelische Kirche

Neuer Ratgeber zum Schutz vor Scientology im Betrieb

Frankfurt. Zum Schutz vor sektengesteuerten Mitarbeitern, Personalberatern oder Seminarveranstaltern können Unternehmen künftig auf eine Checkliste zurückgreifen. In einem gestern von den Sektenbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche in Frankfurt vorgestellten Buch "Scientology im Management" (Econ-Verlag) werden Schutz- und Abwehrstrategien vorgestellt, um die Unterwanderung oder gar Umpolung einer Firma durch die amerikanische Scientology-Sekte wirksam zu verhindern.

Die beiden Autoren, die Diplom-Volkswirtin Angelika Christ und der Psychologe Dr. Steven Goldner , zeigen darin die Schwachstellen von Scientology: Die Sekte, der eigenen Angaben zu Folge in Deutschland rund 30 000 Mitglieder angehören, sei unfähig, infiltrierte Betriebe auf Dauer erfolgreich zu führen. Es gebe außerdem einfache Möglichkeiten auch für Laien, die Gefahren durch einen sektengesteuerten Mitarbeiter oder Chef zu erkennen und sich zu schützen.

Christ und Steven Goldner betonten, es gebe spezielle Unternehmenstechnologien oder Führungsstrategien, mit denen andere Firmen von Scientologen auf Kurs gebracht werden sollten. Einfluss werde häufig über gute Bekannte genommen, aber auch über neues Personal, das vor allem an die Schaltstellen, etwa in den Personalabteilungen oder Finanzverwaltungen von Firmen gelangen wolle. Misstrauen sei auch bei dem großen Feld von Seminar-Angeboten im Management Training geboten, wo Scientologen mit obskuren Psycho-Praktiken neue Anhänger zu gewinnen suchten.


Veröffentlicht von: Hessische Allgemeine am 28.11.1995